Brüssel: Demonstrierende fackeln Polizeistation ab und liefern sich heftige Auseinandersetzungen mit den Cops

In Brüssel sind Proteste ausgebrochen, nachdem ein Schwarzer Mann in Polizeigewahrsam genommen wurde und starb.
Der 23-Jährige namens Ibrahima starb am Samstag in Polizeigewahrsam, nachdem er wegen des Filmens einer Polizeikontrolle eingeliefert worden war. Berichten zufolge wurde seine Familie erst sechs Stunden später über seinen Tod informiert.

In der belgischen Hauptstadt sind nach dem Tod Unruhen ausgebrochen.

Aufnahmen, die in den sozialen Medien geteilt wurden, zeigen, wie Gruppen von Demonstrierenden eine Polizeistation in Brand setzen.

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Bewaffnete Bullen feuern Schüsse in Richtung der Randalierende ab und Steine wurden auf das Auto des belgischen Königs geworfen.

Ein anderer Zeuge sagte, dass etwa 400 Menschen auf der Straße sind und etwa 500 Cops, „von der besonders wütenden Sorte“.

Die Bereitschaftspolizei marschiert auf die Demonstrierenden zu und besprüht sie mit einem Wasserwerfer.

Andere Aufnahmen zeigen, wie Feuerwerkskörper während der Proteste explodieren, während Polizeifahrzeuge die Straße verbarrikadieren.
Zuvor marschierten Hunderte von Menschen zur Polizeistation am Nordbahnhof in Brüssel.

Der friedliche Protest wurde von der AJGB (Association des Jeunes Guineens de Belgique) organisiert und forderte die Aufdeckung der Wahrheit über den Tod von Ibrahima.
Die Stimmung schlug jedoch bald um, als Steine und Böller auf die Polizei geworfen wurden.

Berichten zufolge kontrollierte die Polizei eine Gruppe von Menschen, die sich nicht an die Coronavirus-Maßnahmen hielten.

Die Umstände von Ibrahimas Tod sind noch unklar.
Laut einer Pressemitteilung verlor Ibrahima bei der Ankunft auf der Polizeiwache das Bewusstsein. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er starb.

Stephanie Lagasse, eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, sagte gegenüber VRT.be: „Basierend auf den vorliegenden Fakten, bitten wir nun einen Ermittlungsrichter, die Ermittlungen zu übernehmen. Ein Ermittlungsrichter kann mehr Ermittlungshandlungen durchführen als die Staatsanwaltschaft.“

Während des friedlichen Protests waren auf Plakaten die Namen weiterer Opfer wie „Mehdi“ und „Adil“ zu lesen.

Adil, 19, wurde im April getötet, als Cops ihn auf einem Scooter anfuhren.

Bereits im November kam es zu Protesten in Brüssel, nachdem die Staatsanwaltschaft beschlossen hatte, die beteiligten Beamt:innen nicht zu belangen.

Im Jahr 2019 wurde der 17-jährige Mehdi von einem Polizeiauto angefahren und getötet, aber die Staatsanwaltschaft hat die Beamt:innen nicht angeklagt.


Quelle: Express